Rhönbussard

Den Rhönbussard habe ich aus einem Baukasten der Firma Krick erstellt. Weihnachten 1987 habe ich ihn bekommen und wollte ihn auch gleich bauen. Der Arbeitsplatzwechsel und der damit verbundene Einzug in unser Haus in Haltern verhinderten dies jedoch. In dem neuen Haus mußte noch einiges fertiggestellt werden und auch der Bastelkeller war bis 1992 mehr eine große Abstellkammer. Da ich den Baukasten zu Weihnachten bekommen hatte, wollte ich das Modell in der Weihnachtszeit bauen. Es ist noch Modellbau mit Holz wie ich es liebe und die freien Tage um Weihnachten bieten sich immer dazu an einige Stunden im Bastelkeller zu verbringen. Also Weihnachten 1994 habe ich mit dem Rumpf angefangen. Der Rumpf wird in zwei Hälften auf dem Baubrett aufgebaut und auch dort noch größtenteils mit 3mm Balsaleisten beplankt. Um den Rumpf eventuell auch einmal reparieren oder noch einmal bauen zu können, wurden alle Rumpfspanten nach dem aussägen auf den Plan übertragen, da sie nicht alle dort zu finden waren. Die Rumpfspanten wurden bei der Innenkontur direkt modifiziert, indem einige Zusatzöffnungen eingebracht wurden und auch für den Einbau der Anlage einige Ausschnitte vorgenommen wurden. Ich habe das Servo für das Höhenruder direkt unter die Ruderfläche gesetzt und dort den letzten Spant entsprechend modifiziert. Um 2400derter Akkus direkt hinter den ersten Spant zu plazieren, mußte auch hier an den folgenden Spanten geändert werden um an diese Stelle später durch die Haubenöffnung überhaupt gelangen zu können.
Die Beplankung wurde zum größten Teil mit Sekundenkleber aufgebracht. Ich habe mir hier viel Mühe gegeben um den Rumpf später in "Natur" in Holz belassen zu können. Dazu war es notwendig jede Leiste, die aus einem 3mm Balsaholzbrett geschnitten wurde, an den Kanten durch schleifen anzuschrägen, um die Spalten möglichst klein zu halten.
Im ersten Winter wurde der Rumpf rohbaufertig und alles wurde bis zum nächsten Weihnachten weggeräumt. Ich hatte ja für den Rest des Jahres noch genügend andere Projekte und freute mich schon auf Weihnachten 1995 um an dem Rhönbussard weiterzubauen.
Es wurde dann als nächstes das Hohenleitwerk und das Seitenleitwerk bebaut. Gegenüber dem Plan habe ich die Lagerung der Ruderblätter entsprechend dem Original geändert. Zwei originale Rhönbussard stehen auf der Wasserkuppe und ich hatte Gelegenheit sie mir anzusehen und Fotos zu machen (damals leider noch nicht digital). Das Höhenruder hat also eine runde Hohlkehlenlagerung und so wurde auch die Teile des Krick Bausatzes geändert. Auf den Fotos ist dies zu sehen. Das Seitenruder hat auch im Original einen recht großen Spalt zwischen Dämpfungsfläche und Ruder. Auch hier wurde ein wenig geändert um dem Vorbild gerecht zu werden. Die Lagerung habe ich jeweils mit einem 1mm Stahldraht ausgeführt, der in einer der dünnen weißen Bowdenzughüllen recht stramm läuft. Diese Bowdenzughülle mit 2mm Durchmesser wurde zwischen 2mm Balsaleisten geklebt und an der Rudervorderseite mit einem dicken Balsabrett versehen und dann rund geschliffen (Höhenleitwerk). Ich denke auch hier sind die Details auf den Fotos zu erkennen.
 

 
Rhönbussard (Original) Rhönbussard (Model)
Spannweite (mm) 14300 3575
Flügelfläche (dm2) 1410
Gewicht (g) 245000
Flächenbelastung (g/dm2) 17,4
Flügelprofil Göttingen Gö 535 NACA 6412, NACA 6412, auf NACA 0010
Höhenleitwerksprofil Symetrisch
Rumpflänge (mm) 5800 1450
Steuerung Höhenruder, Seitenruder,
Querruder, Störklappen
Höhenruder, Seitenruder,
Querruder, Störklappen

 
Auch der Rhönbussard hat wie fast alle meine Modelle eine eigene Kiste, in der er im Keller gelagert wird aber auch zum Transport zum Flugplatz geschafft wird. Hier ist mein Rhönbussard noch unlackiert, aber schon bespannt.
Hier ist die Auflage des Höhenleitwerks am Rumpf zu sehen. Zum teil unter der Setenruderdämfungsfläche ist das Höhenruderservo zu erkennen. Das Servo kann mit dem zu sehenden 2mm Sperrholzbrettchen durch lösen einer Schraube herausgenommen werden.
Der Rumpf wurde mit einer dem original entsprechenden Kufe versehen. Die Kufe besteht aus einem Sandwich aus Abachifunier und 163g/m2 Glasgewebe, die abwechselnd aufeinander gelegt wurden und in einer einfachen Schablone, die durch einen der Kufenform entsprechenden Sägeschnitt durch eine 19mm Spanplatte, gepresst wurde. Nach dem Aushärten wurde die so geformte Kufe auf die Abmessungen zugeschnitten und an den Rumpf geschraubt. Sie kann leicht ersetzt werden, wenn ein Schaden auftreten sollte.
Die Störklappen befinden sich auf der Ober- und Unterseite der Flächen. Die Unterseitenklappe, wie hier zu sehen fährt von vorne nach hinten aus. Die Klappe der Oberseite von hinten nach vorne. Die beiden Klappen sind über das Gestänge mit den schwarzen Kugelgelenken miteinander verbunden und werden von einem Standard-Servo mit 19mm Dicke bewegt. Ich habe die Klappen aus 2mm GFK-Plattenmaterial ausgeschnitten und auf der Oberseite mit 1mm Balsa beklebt. Die Klappen sind dadurch sehr robust sehen aber von außen aus wie das umgebende Beplankungsmaterial der Fläche.
Die Lage und Größe der Störklappen habe ich an dem Original im segelflugmuseum der Wasserkuppe vermessen und Maßstäblich in den Bauplan eingezeichnet. Die Geometrie der Gestänge und Lagerung der Klappen habe ich dem Buch: Die Evolution der Segelflugzeuge, Günter Brinkmann/Hans Zacher, Bernard&Graefe Verlag, ISBN 3-7637-6104-7, Seite 225 entnommen. 
Noch einmal die Störklappe der Flächenunterseite von vorne gesehen.
Die Tragflächen erhielten gegenüber der Baukastenvorgabe Hohlkehlenruder. Man sieht hier auch, dass ich nur die zu bespannenden Flächen mit Gewebefolie überzogen habe. Die Holzbeplankten Flächen wurden nur grundiert und werden mit der ganzen Fläche anschließend mit verdünntem Spannlack lackiert.
Literatur zum Rhönbussard:
Modell 1/1989, Viel Holz für's Geld, Rhönbussard von Krick, Ewald Schäfer, Seite 35-37.
MFI 7/1987, Scale-Dokumentation Rhönbussard, Hans-Jürgen Fischer, Seite 341-344.

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