Moderne Schalenbauweisen von Flugmodellflügeln
(Dieser Artikel ist in der FMT 10/1983, VTH-Verlag, erschienen.  Die Veröffentlichung auf dieser Homepage geschieht mit Zustimmung des Verlags.)

Kurze Zusammenfassung meines Vortrags vom 19.2.1983 in Kaltenkirchen

Zu Beginn des Vortrags wurde die Styroporflächenbauweise mit der Schalenbauweise in GFK verglichen. Das Ergebnis dieses Vergleichs war folgendes: Für die GFK-Schalenfläche benötigt man Negativformen und entsprechende Positivmodelle. Man investiert daher in diese Fläche soviel Arbeit, wie man z. B. zum Bau von drei Paar Styroporflächen gleicher Güte benötigen würde. Es lohnt daher nicht, sich für em Einzelexemplar eines Modells ein paar Flügelformen zu machen. Beim Kostenvergleich des Materialaufwandes für die Flächen selbst (ohne Formenkosten bzw. Kosten der Schneideeinrichtung) stellte sich heraus, daß beide Bauweisen gleiche Kosten verursachen, die etwa DM 80,- für ein Flächenpaar von 0,5 m2 Fläche betragen. Die GFK-Schalenfläche hat jedoch erhebliche Vorteile bezüglich Profllgenauigkeit, Oberflächengüte und Festigkeit. Außerdem können aus den einmal erstellten Formen beliebig viele absolut gleiche Flächenpaare hergestellt werden. Das Gewicht, das sich mit der Schalenfläche erreichen läßt, liegt je nach Bauausführung zwischen 15 und 18 g/dm2. Auch dies ist mit einer Styroporfläche vergleichbar.

Positivherstellung
Das Positivmodell ist der abzuformende Tragflügel. Alle Ungenauigkeiten und Fehler, die dieser "Urflügel" hat, haben  später auch die Schalenflächen, deshalb ist das Positivmodell mit größter Sorgfalt herzustellen.
Man kann ganz grob zwei Arten der Positivmodelle unterscheiden:
· Einen Tragflügel der die Originalabmessungen des späteren Schalenflügels hat ("Urflügel").
· Einzeln hergestellte Ober- bzw Unterseiten einer Tragfläche.

Beide Bauweisen haben ihre Vor- und Nachteile. Die "Urfläche" kann man fast in jeder Bauweise und aus fast jedem
Grundmaterial herstellen. Beispielsweise eine Styroportragfläche, welche nach dem Beplanken des Kerns mit Profilschablonen sehr exakt geschliffen werden kann. Beim Vortrag wurden noch  mehrere andere Bauweisen zu dieser Bauart vorgestellt.
Die separat hergestellten Positive der zweiten Bauart zeichneten sich durch mehrere Vorteile aus. Mit dieser Bauart können die Positivmodelle wesentlich Ieichter und schneller hergestellt werden und zudem hat man keine Probleme
mehr durch Verzüge oder zu dünne Endleisten. Die prinzipielle Herstellungsweise ist aus den Bildern 1 und 2 ersichtlich.
Beim Vortrag wurden von dieser Bauart noch verschiedene Vereinfachungen gezeigt und Tips weitergegeben, die zum Teil von ISF-Seminaren* aus der Schweiz stammten.

Formenbau
Der eigentliche Herstellungsvorgang wurde als bekannt vorausgesetzt (ähnlich dem einer Rumpfform). Es wurden jedoch einige Tips gegeben, die speziell bei Tragflügelformen zu beachten sind. Die Hinweise betrafen den Tragflügelanschluß und den Endleistenauslauf der Form. Für den Tragflächenanschluß wurde eine Vorrichtung vorgestellt, die Hüllen für V-Form und Lage der Flächenbefestigung enthielt.
 

Schalenbauweisen im Negativverfahren
Die prinzipiellen Arbeitsgänge zur Herstellung einer Schalenfläche aus GFK und einem Stützstoff wurden erläutert. Demnach ergibt sich folgender Fertigungsablauf:
· Behandlung der Form mit Trennmittel, polieren
· Spritzen oder Rollen der Formhälften mit einem Zweikomponentenlack, gut austrocknen lassen
· Äußere Glaslage einlegen
· Stützstoff einlegen (Rohazell, Contizell, Roofmate, Balsa, Wellpappe)
· Innere Glaslage separat tränken und einlegen
· Schalen mit Unterdruck (Folienschlauch) einpressen
· Uberschüssiges Material entfernen
· Einbauten in die Oberseite einkleben
· Verkleben von oberer und unterer Flächenhälfte
· Entformen
· Ausschneiden der Querruder bzw. Wölbklappen

 Der Fertigungsablauf wurde mit Folien und Dias vorgestellt. Siehe dazu auch die Abbildungen.

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