Ka-6E

Im Sommer 1996 habe ich meinen alten Wunsch, dem Bau einer mittelgroßen Ka-6E, begonnen in die Tat umzusetzen. Ein bekannter hatte eine Rumpfform für eine Ka-6E im Maßstab 1:4. Der Rumpf ist mit dem von Werner Mihm identisch. Ich konnte mir die Form leihen und habe zusammen mit einem Bekannten zwei Rümpfe laminiert. Im Leitwerksträger wurde UD-Aramidgewebe zwischen zwei diagonal eingelegte 160g/m² Glasgewebelagen verwendet. Der Rumpfvorderbereich wurde mit weiteren Glasgewebelagen verstärkt. Der Kabinenhaubenausschnitt erhielt eine Verstärkung der Kante durch mehrere Kohlenstoffrovings (40.000fil).
Das Gewicht des rohen Rumpfes habe ich leider nicht mehr verfügbar. Der Rumpf wurde mit einigen Spanten im Bereich der Flächen verstärkt. Einer dieser Spanten nimmt auch die Achse des starr eingebauten Rades auf. Es wurde ein Rad mit 70mm Durchmesser verwendet.
Die Flächenansätze hatten das Profil E203 angeformt. Ich wollte das Profil HQ3,0/12,5 verwenden und habe daher mit den fertiggestellten Flächen zwei 2mm Sperrholzrippen nach dem exakten Ausrichten an diese vorhandenen Flächenansätze geklebt. Nach dem Aushärten wurde beigeschliffen und nachgespachtelt. Der Runde Übergang der Flächenendleiste zum Rumpf wurde dabei vorbildgetreu ausgeführt und hat viel Arbeit gemacht, ist aber für eine einigermaßen vorbildgetreue Ka-6E unabdingbar.
Als Flächenverbinder wurde für mich erstmalig ein Stahlrundstab mit 10mm Durchmesser verwendet. Es wurde dazu ein sogenannter Auswerferstift aus dem Kunststoffformenbau verwendet, dies ist nichts anderes als ein gehärteter und präzise geschliffener Stahl. Ein Kohlenstoffaserstab wäre wesendlich leichter geworden, da ich dieses Modell aber wieder mal zusammen mit einem Freund in zwei Exemplaren verwirklichen wollte, sollte es nicht zu aufwendig und teuer werden. Für einen Kohlenstoffstab wäre eine Form mit der entsprechenden V-Form und dem nötigen Rechteckquerschnitt notwendig geworden.
Im nachhinein bin ich mit dieser simplen Steckverbindung sehr zufrieden.

Die Flächen wurden aus PS15 geschnitten und nach den Einbauten mit 0,8mm Abachi beplankt. Meine Ka-6E hat 3 Grad V-Form je Seite bekommen. Die Steckverbindung ragt dazu 100mm in die Fläche hinein. Ich habe dazu den Stahlrundstab mit Trennwachs versehen, zwei Lagen Frischhaltefolie darum gewickelt und an den Enden mit Tesa gesichert. Darauf wurden dann die Hüllen aus Glasgewebeschläuchen und Glasrovings gewickelt. Diese Hüllen wurden an einem Ende mit einem 1mm Sperrholz Plättchen verschlossen und in einen 12mm breiten Sperrholzstreifen verklebt. Der Sperrholzstreifen wurde ca. 200mm von der Tragflächenwurzel mit einem 10mm Balsabrett zu einem Holmkern geschäftet. Dieser Holm geht bis ca. 1100mm in jede Flächenhälfte. An die Flächenkernwurzel wurde eine 3mm Sperrholzrippe geklebt und erst dann der Bereich für den Holmkern mit einer scharfen langen Klinge ausgeschnitten. Der Holmkern aus dem beschriebenen Sperrholz/Balsa Verbund konnte dann in den Styroporkern der Flächenhälften eingepaßt werden, Er wurde aber noch nicht verklebt. Die Hülle der Steckverbindung ragt um ca. 10mm aus diesem Holmkern heraus und wird beim Anpassen durch eine entsprechende Bohrung der Wurzelrippe gesteckt. Der Holmkern ist dadurch im Wurzelrippenbereich fixiert. Er wird noch nicht verklebt, da noch eine Lage Glasgewebe unter +/- 45 Grad aufgezogen wird.
 
 
 

Das Original zu meinem Modell

 

 
Mein Modell der Ka-6E
 

 

Original Ka- 6E Modell Ka-6E im Maßstab 1:4
Baujahr (von-bis) 1965-1972 1998
Stückzahl 388 2
Konstrukteur R. Kaiser Mihm (Rumpf)/ Baron
Spannweite 15m 3,66m
Rumpflänge  6,66m 1,57m
Höhe [m] 1,58 0,37m
Flügelfläche  12,4m2 0,737m2
Flügelstreckung 18,1 18,1
Flügelprofil (innen/mitte/aussen) NACA63-618  HQ 3,0/12,5
NACA63-614 HQ 3,0/12,5
Joukowsky 12% HQ 3,0/13
Höhenleitwerksprofil SD 8020
Rüstmasse  190kg 4,221kg
Höchstflugmasse  300kg
Flächenbelastung max [kg/m²] 24,2
Mindestgeschwindigkeit [km/h] 59
Gleitzahl 33
Bemerkungen + 8 St. als Lizenzbau

In der Kiste im Bastelkeller

SLW mit Höhenleitwerksanschluß

Startklar

Flächenanschluß mit dem Sub-D Stecksystem (siehe Bautip

In der Rhön im Oktober 2001

Flächenanschluß am Rumpf

 

Links zur Ka-6E:

Ka-6E Dokumentation
Ka-6 Seiten
Manfred Schadl
Balsaflügel




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