CB 47 (der erste Text mit der Geschichte der CB47 bis zum Jahr 2001 wurde in Aufwind 6/2001 veröffentlicht)

Fortsetzung des Berichts zum Sunset-Wettbewerb vom 25.Mai 2002

Fortsetzung des Berichts zum Sunset-Wettbewerb vom 24.Mai 2003

Fortsetzung des Berichts zum Sunset-Wettbewerb vom 29.Mai 2004

Fortsetzung des Berichts zum Sunset-Wettbewerb vom 28.Mai 2005 
  
Fortsetzung des Berichts zum Sunset-Wettbewerb vom 28.Mai 2006 
 


Die Idee zu diesem Modell wurde geboren als ich ein Freiflugmodell mit der konsequenten Anwendung von Carbon sah. Die heutigen Wettbewerbsmodelle in allen Freiflugklassen unterscheiden sich deutlich in der Bauweise von Freiflugmodellen der damaligen Klassen A2 und JS, die ich 1968 erstmals gebaut hatte. Damals wurde nur mit Balsaholz und Kiefernleisten gebaut, teilweise in Jedelsky oder sogar in Vollbalsabauweise. Heute wird bei gleichem Gesamtgewicht der Modelle ein deutlich steiferes und festeres Modell durch den gezielten Einsatz von Bauteilen aus Carbon erreicht. Die Flächen werden mit einer Torsionsnase aus mehrlagigen Laminaten aus Carbon- oder Hybridgeweben gebaut, haben eine Endleiste aus einer konischen hauchdünnen Carbon Leiste und Rippen aus Balsa mit einem Carbon Roving als Aufleimer.

Wie wäre es mit einem Elektroflug-Segler mit mehr als 4m Spannweite in der Bauweise dieser Freiflugmodelle. Ich brauchte ein neues Modell für den Elektroflugwettbewerb in Recklinghausen für den Sun-Set Wettbewerb. Dort wird ein einstündiger Flug mit Start um 8.00 Uhr abends verlangt. Ich dachte an einen 4m großen Flieger, den man auch auf 500m Höhe schicken könnte und der dennoch gut zu sehen sein müsste. In größerer Höhe ist das mitnehmen der Abendthermik auch leichter möglich. Die Zeitaufgabe zu erfüllen ist mit heutigen Elektroflugantrieben kein Problem, wenn die eingesetzten Akkus freigestellt sind. Mit Akkus hoher Kapazität aber auch hohem Gewicht also leicht zu erreichen. In Recklinghausen hat man allerdings die Aufgabe erschwert, aber damit auch deutlich spannender gemacht. Die erzielte Flugzeit wird multipliziert mit dem Faktor aus Gesamtgewicht des Modells durch das Gewicht des Antriebsakkus. Dies bedeutet, um eine hohe Punktezahl zu erzielen, sollte das  Modell schwer und der Akku leicht sein. Ein schweres Modell braucht aber viel Energie, um die Stunde zu schaffen. Also nimmt man den leichtesten Akku mit der höchsten Energiedichte und stellt einen Antrieb mit hohem Wirkungsgrad zusammen. Dann schaut man, welche Leistung am Prop anliegen und bestimmt damit das mögliche Fluggewicht des Modells, das dieser Antrieb auf eine möglichst große Höhe bringen sollte. Ich habe für diese Auslegung das Programm Ecalc verwendet. Einen link zu diesem Programm findet man auf der Aveox Homepage (www.aveox.com).
Das Ergebnis der Rechnereien kann man folgendermaßen zusammenfassen:
Der Antrieb, ein Aveox 1409/4Y mit 3,7:1 Untersetzung dreht eine 20“x12“ Luftschraube. Mit 8 Zellen Sanyo KR1400AE fließt ein Strom von 13A bei Vollgas und unter 10A bei 80%.
Dies war das Ziel, ein Antrieb der um die 10A aufnimmt.
Heute weiß ich, dass es noch besser geht und auch Ströme von 5A mit diesem Motor mit gutem Wirkungsgrad zu realisieren sind.
Mit diesem Antrieb läßt sich allerdings nur ein langsam fliegendes Modell antreiben. Um hier das Optimum zu finden, sollte die Steigzahl (ca3/cw2) des Modells möglichst hoch sein, d.h. der Auftrieb,  den die Fläche liefert,  zum Gesamtwiderstand sollte hoch sein. Das leistungsmäßig beste Modell für diese Aufgabe ist eines, das die geringste Motorleistung braucht, um einen Steigflug zu ermöglichen. Die Motorleistung ist wiederum umso geringer, je kleiner das Gewicht des Modells und die Sinkgeschwindigkeit  und je besser der Wirkungsgrad des Antriebs und besonders der Luftschraube ist.
Daraus folgt, ein langsam fliegendes Modell mit stark tragendem Profil (Auftrieb) und einer hohen Streckung zur Reduzierung des Widerstands. So etwas verwenden doch die Freiflieger mit ihrem F1A Modellen, dachte ich mir. Es wurde im Internet nach Seiten über heutige Freiflieger gesucht und gefunden. Die “Thermiksense” und auch Aufwind vervollständigten zudem meinen Kenntnisstand über die Bauweisen dieser Modelle.
Ich entwarf den CB47 nach diesen Erkenntnissen (Abb.1).

Die sogenannte D-Box wollte ich später verwirklichen, da ich drei Wochen vor dem Wettbewerb in Recklinghausen mit dem Bau des Modells begonnen hatte. Die nötige Torsionssteifigkeit läßt sich, bei den deutlich größeren Flächentiefen und Profildicken im Vergleich zu den Freiflugmodellen, auch mit einem Rohrholm aus CFK verwirklichen. Franz Weißgerber hat mir drei Rohre nach den Angaben der Durchmesser, der Längen und des Verwendungszwecks hergestellt. Das gerade Mittelstück der Fläche ist 1520mm lang und hat einen Rohrholm mit 18mm Außendurchmesser. Die beiden Ohren sind mit 12mm Carbonstäben, die in den Rohrholmen der Ohren stecken mit dem Rohrholm des Mittelstücks verbunden. Um die V-Form zu erhalten sind GFK-Hüllen mit entsprechender Neigung in dem größeren Durchmesser des Mittelstückrohrs eingeklebt und die Zwischenräume mit angedicktem Harz gefüllt worden. Diese Ohrstücke enthalten die Querruder und Querruderservos. Hieran werden noch ca.600mm lange Außenflächen angesteckt. Diese sind mit einem Holm aus senkrecht stehendem 4mm Balsa und je einem Carbon-Roving oben und unten gebaut. Die Festigkeitsanforderungen sind so weit außen sehr gering. Die Steckverbindung besteht sogar nur aus einem Durchmesser 10mm Buchenholzstab.
Die Nasen der Flächenteile sind also nicht zur Aufnahme der Torsionskräfte heranzuziehen. Sie wurden daher nur mit extrem leichtem 1,5mm Balsa beplankt. Dies habe ich inzwischen schon bereut. Fast man die Flächenteile beim Zusammenbau des Modells einmal zu hart an, drückt man die Beplankung durch und muss mit Sekundenkleber reparieren. Ein neues Modell würde ich daher eher mit der D-Box in CFK bauen.
Die 116 Rippen bestehen aus 1,5mm Balsa und wurden in drei Blöcken hergestellt. Ich habe die Rippen nicht im Block auf der Ober- und Unterseite mit CFK-Rovings belegt. Einige der Freiflieger machen dies so und schneiden die Rippen dann mit einem Messer wieder auf. Ich habe, nachdem die Flächen im Rohbau fertig waren, einen 12.000fil Roving gedrittelt und mit einem kleinen Borstenpinsel die Rovingstücke einzeln auf die Rippenkanten auflaminiert. Eine schöne Arbeit, aber es hat sich gelohnt.
Die Endleiste besteht aus einer Carbon-Leiste 3mm x 0,8mm von Heinz-Bernd Einck (EMC), die einfach stumpf an den Rippenenden mit Sekundenkleber befestigt wurde. Man kann sich leicht vorstellen, dass das nicht gut gehalten hat. Die auflaminierten Rovings auf den Rippen wurden daher auch über diese Carbon Endleiste gelegt und gaben der Fläche eine enorme Stabilität, die auch problemlos das Bespannen  mit Oracover ertrug (Abb. 2). Ich habe nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch um den Nasenbeplankungen mehr Festigkeit zu geben, die Folie nur im offenen Rippenbereich verwendet. Die Nasen wurden in Holz belassen und nur mit DD-Lack zweimal gestrichen. Die fertigen Flächen inklusive der beiden Querruderservos wiegen insgesamt 813g. Für einen Flügel mit 82 dm2 Fläche kein schlechter Wert.

Der Rumpf ist aus der Form einer meiner alten F3B-Rümpfe aus UD-Kevlar in Sandwichbauweise gebaut mit je einer dünnen Glasgewebelage innen und außen, den ich um gute 300mm verlängert habe. Dazu habe ich ein passendes Stück einer Angelrute mit einer Haushaltsfolie als Trennschicht umwickelt und mit Kevlar- und außen Glasgewebe belegt. Nach dem Aushärten wurde dieses Rohrstück vom Angelrutenstück abgezogen und mit dem Rumpfheck verklebt. Außen herum wurde nochmals mit einer 40g/m2 Glaslage verstärkt um den Übergang zu dieser Rumpfverlängerung besser anpassen zu können.
Als Flächenauflage wurde ein profilierter Pylon aus Abachi auf den Rumpf gesetzt und mit Glasgewebelagen verstärkt bzw. der Übergang modelliert. Der Pylon war auch notwendig, um die beiden Servos für Höhe und Seite aufnehmen zu können (Abb.3). Ohne Pylon sind sonst in diesem Rumpf nicht der beschriebene Antrieb, ein 1700erter Empfängerakku, der Empfänger und die beiden 13mm Servos unterzubringen, wie man auch aus der Skizze ersehen kann. Natürlich wurde der Abachikern des Pylons nach dem belegen mit Glasgewebe und spachteln teilweise wieder herausgefräst. Der Schalter der Empfangsanlage und die Ladebuchse ließen sich auch noch in diesem Pylon unterbringen.
Als V-Leitwerk wurde ein F3B-Leitwerk verwendet. Es wiegt nur 80g und ist in einer Form in Schalenbauweise mit 1mm Balsa als Stützstoff gebaut. Wie gesagt, ich wollte das Modell noch rechtzeitig zum Wettbewerb fertigstellen und daher so weit wie möglich meine vorhandenen Formen dafür einsetzen.
Fertig geworden ist es dann aber erst einen Tag nach dem Wettbewerb. Ich hätte es nur noch mit Folie bespannen müssen, aber es sollte wohl nicht sein. Dies war 1999 im Mai!
Ich flog daher in 1999 wieder mein altes Anfängermodell in Recklinghausen, ein 2,5m Modell mit 2000g Gewicht, einem 3,7:1 untersetzten Speed 500 und 8 Zellen. Diesmal jedoch mit den Zellen des nicht fertig gewordenen neuen Modells. Der Unterschied war ein geringeres Akkugewicht von 258g gegenüber 448g der 1700erter Zellen. Also hatte ich einen sehr guten Faktor von 7,1 (siehe oben), da sich ja leider auch das Gesamtgewicht mit dem leichteren Akku verringerte. Leider hatte ich diesen Akku erst einmal geladen und entladen. Er hatte also längst noch nicht seine volle Kapazität, wie ich später feststellen konnte. Beim Wettbewerb flog ich daher nur etwas mehr als 20 Minuten. Durch den guten Faktor, der mit der Flugzeit multipliziert wurde, kam ich auf Platz 14 von 25 Teilnehmern. Ich war auf dem richtigen Weg.
Ich freute mich schon auf den Wettbewerb im Mai 2000. Der Flieger war fertig und ich hatte sogar schon einen Probestart an einem schönen Abend Anfang Mai absolviert. Nach einem Jahr mit dem fertigen Modell eine reife Leistung oder? Also ich war für meine Verhältnisse Top vorbereitet. Doch wie enttäuscht wurde ich am Wettbewerbstag! Es blies ein Sturm, bei dem mein Leichtwindsegler nach dem gemeinsamen Start der Modelle und dem erreichen von 10m Höhe nur noch rückwärts flog. Nach ein paar hundert Metern landete ich es sehr enttäuscht vor dem drohenden Wald. Das waren nicht die Wetterverhältnisse für dieses Modell. Also neues Spiel neues Glück im Mai 2001. Dieses Jahr sah alles besser aus. Ich hatte das Modell seit dem Wettbewerb zwar wieder nur einmal geflogen, aber das Wetter war sehr viel besser und ich hatte diesmal sogar zwei Helfer zur Unterstützung und mußte mein Modell daher nicht allein beobachten. Nicht vergessen, der Start in Recklinghausen erfolgt bis 8.00 Uhr, d.h. in der letzten Minute, wenn möglich, in den letzten Sekunden vor 8.00 Uhr starten 27 Modelle! Sieht toll aus und ist in jedem Jahr ein Erlebnis. Mit Helfern, die auch Augen für andere, sich meinem Flieger nähernde Modelle haben, kommt man zumindest mal sicherer auf Höhe.
Der Akku meines Modells war durch mehrmaliges Laden und Entladen in absoluter Höchstform, was mit 11 Minuten Motorlaufzeit belohnt wurde. Aber es war immer noch etwas zu windig für mein Modell. Ich kam kaum vorwärts und habe die 33 Minuten Flugzeit fast vollständig im Standflug abgewickelt. Jedesmal, wenn der Wind das Modell zur Seite drückte, wurde mit Vollausschlägen Seite und Querruder gegeben um wieder die Nase in den Wind zu bekommen. Hier zeigten sich die Nachteile des V-Leitwerks. Ein Kreuzleitwerk mit größerem Seitenruder würde hier besser sein.
Nach der Landung, die auf dem Platz erfolgen mußte, wurde das Modell gewogen. 2220g wurden ermittelt. Anschließend wurde der Flugakku ausgebaut und ebenfalls gewogen, 264g. Ich hatte also einen Faktor von 8,4, mit dem die Flugzeit multipliziert wurde. Der Wettbewerb endete für mich mit einem 5. Platz.
Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr in Recklinghausen!?

Hier noch ein paar Bilder des CB47 in seiner Aufbewahrungs- und Transportkiste:
 

Das Modell ist in der Kiste untergebracht. So kann ich meine Modelle im Keller besser stappeln, sie drecken nicht so ein und auch beim Transport zum Flugplatz kann nicht beschädigt werden. Außerdem sind alle Befestigungsschrauben und Steckverbinder in meinen Kisten untergebracht, sodas auch dieses nicht vergessen werden kann. Der Bauaufwand für so eine Kiste ist gering. Kosten ca. 20€. Material: 10mm Pappelsperrholz für den Rahmen und 4mm Pappelsperrholz für den Boden und den Deckel. Die Kiste wird aus zuschnitten vom Schreiner geschlossen zusammengeleimt, verschliffen und dann mit der Kreissäge aufgesägt.
Die einzelnen Teile des Modells sind mit den Schrauben der Befestigung die auch am Modell verwendet werden in der Kiste befestigt. Flächenmittelstück und V-Leitwerk sind im Deckel befestigt.
Am Rumpf befindet sich noch zusätzliches Blei, das ich vor und hinter dem Schwerpunkt befestigt hatte um das Gesamtgewicht für einen noch besseren Faktor zu erhöhen. Ohne dieses Zusatzblei ist ein Fluggewicht von 2000g möglich.
Der Rumpf ist vorne mit einem Spant und hinten mit einem Besenhalter aus dem Baumarkt befestigt.
2002

Fortsetzung der CB47-Geschichte 2002:

Der Sunset-Wettbewerb sollte erst nicht stattfinden, aber es fanden sich doch noch einige Kollegen beim Recklinghausener Verein die für eine Durchführung zumindest dieses Wettbewerbs gesorgt haben. An erster Stelle ist hier Hermann Winkler zu nennen, der mit einer minimalen Organisation diesen Wettbewerb abgewickelt hat. Recht vielen Dank dafür!
Durch die unklare Situation im Frühjahr ob ein Wettbewerb stattfindet oder nicht, hatte ich den Bau eines neuen Modells verworfen. Ich war wieder mal der Meinung mit der jetzt 3 Jahre alten CB47e mitfliegen zu können, besonders nach der Beseitigung der erkannten Fehler des Modells. Es kam wie es kommen mußte, ich hatte am ende keine Zeit um irgendeine Änderung vorzunehmen. Im Gegenteil, erst am Morgen des Wettbewerbtages wurde das Modell nach einjährigem Schlummer aus der schönen Kiste geholt und mit der Anlage und dem Motor bestückt. Dies dauerte jedoch länger als erwartet und ein paar Probeflüge konnten aus Zeitgründen dann auch nicht mehr gemacht werden, da am Platz angekommen noch die Ruderausschläge zu korrigieren waren und der Akku nur mit 1A Strom zu laden war. Pünktlich zum Start war aber alles bereit und es ging mit 13 Teilnehmern um 19.40 Uhr in die Luft. Der Start wurde im Einverständnis aller Teilnehmer um 20 min vorverlegt. Warum sollten wir auch noch 20 min warten, da wir ja alle fertig waren und auf den Start warteten. Ich flog als hätte ich noch nie ein Modell geflogen. Der Schwerpunkt stimmte nicht und lag viel zu weit hinten. Schon beim Start mit laufendem Motor nahm das Modell die Nase nach oben und ich konnte es dank der zuvor verkleinerten Ruderausschläge am V-Leitwerk mit vollem Tiefenruderausschlag nicht am Überziehen hindern. Dies hatte zur Folge, dass ich bei laufendem Motor mit vollem Tiefenruderausschlag zu fliegen hatte und darüber hinaus von Zeit zu Zeit den Motor auf Halbgas schalten mußte um das Überziehen zu vermeiden.
Eine Verbesserung ist aber auch erwähnenswert. Die Querruder hatten etwas mehr Wirkung als noch im Jahr zuvor. Ich hatte die Ausschläge durch Anbringen einer 2x2mm Kiefernleiste an der Flächenkante zum Ruder jetzt auch nach unten einstellen können. Zuvor konnte ich konstruktionsbedingt nur mit Ausschlägen nach oben steuern.
Nach einer relativ kurzen Flugzeit von 27 min 36 sek erfolgte schon die Landung. Ich hatte den Antriebsakku wohl noch nicht auf die normale Kapazität gebracht und hatte nur 9 min Motorlaufzeit.
Der 4. Platz war für diese Umstände aber dann doch erfreulich! Besonders als ich feststellen konnte, dass ich mit der geringsten Energie und damit mit dem größten Faktor geflogen bin.
 
Name Ort Platz Flugzeit Gesamtgewicht g Akkugewicht g Faktor Punkte
Becker, Günter Hamminkeln 1 60' 00 1845 241 7,66 27560
Ulrich, Bernhard Bochum 2 50' 46 2068 357 5,79 17645
Lai, Erwin Dinslaken 3 41' 21 2020 312 6,47 16063
Baron, Christian Haltern am See 4 27' 36 2202 264 8,34 13813
Winkler, Hermann Recklinghausen 5 28' 14 2107 291 7,24 12265
Sohn, Klaus-Dieter Dortmund 6 31' 48 3063 483 6,34 12100
Hogrebe, Peter Recklinghausen 7 45' 42 1726 500 3,45 9465
Zabel, Detlef Recklinghausen 8 26' 01 3561 596 5,97 9327
Puppendahl, Franz-Josef Recklinghausen 9 48' 20 1521 476 3,20 9267
Rode, Friedhelm Bochum 10 40' 45 1445 414 3,49 8534
Winkler, Ingo Wanne-Eickel 11 33' 18 1235 345 3,58 7152
Heinisch, Ralf Recklinghausen 12 23' 48 2015 590 3,42 4877
Sohn, Sebastian Dortmund 13 12' 50 1515 485 3,12 2405

Ein paar Bilder vom Wettbewerb 25.Mai 2002:


 
 
 

2003
Ein kleiner Bericht zum Sunset-Wettbewerb in Recklinghausen vom 24.Mai 2003. Die Fortsetzung der CB47e-Geschichte.
 

Am 24. Mai 2003 fand wieder ein reguläres Elektroflug-Meeting in Recklinghausen statt mit dem Sunset-Wettbewerb in alter Tradition am Samstag abend. Mein neues Modell, das ich im Februar begonnen hatte zu bauen ist leider nicht fertig geworden (CB58), also wurde wie immer auf den letzten Drücker das alte Modell CB47e aufgerüstet. Dieses Mal nicht am Wettbewerbstag (siehe 2002), man ist ja lernfähig, sondern schon am Donnerstag davor. Es blieb daher noch etwas Zeit um über eine Verbesserung zum Vorjahr nachzudenken und dies auch umzusetzen.
Der Aveox hatte für den CB58 schon statt dem 3,7:1 Getriebe ein 13:1 Getriebe vom Reisenauer bekommen. Dazu paßt nur eine sehr große Luftschraube, die man nicht kaufen kann und die ich noch nicht erstellt hatte. Also was tun? Den Aveox zurückbauen ging nicht, aber ich hatte noch einen Hacker B40 20W-L mit einem Reisenauer 4:1 Getriebe. Dieser Motor wartete auf seinen ersten Einsatz in der CB54. Die Rechnung mit Ecalc zeigte, dass mit einer Aeronaut 18''x11'' und halbgas eine Motordrehzahl von 2000 U/min und ein Strom von 5 A möglich war. Also wurde dieser Motor genommen und in die neue 6cm längere Nase der CB58 Rumpfspitze eingebaut, die für das Reisenauer 13:1 vorbereitet war. Die Befestigungsbohrungen der beiden Getriebe sind zum Glück gleich. Als Akku wurde ebenfalls der vorgesehene neue Akku aus 8 Sanyo 2100 NiMH genommen, der deutlich mehr Kapazität hat als der alte Akku der vergangenen Jahre (Sanyo KR1400AE) bei einem Gewicht von 230g. Der alte Akku wog 264g. Damit ließ sich der Faktor steigern, mit einer zusätzlichen Anhebung der Motorlaufzeit. Im Bastelkeller wurde eine Laufzeit von min. 15Min. ermittelt, das sollte reichen, denn so lange lief noch kein Antrieb bei mir. Das Modellgewicht mußte noch durch Bleizugabe im Schwerpunkt auf den Vorjahreswert von 2202g gebracht werden. Ich habe das nicht sorgfältig genug geprüft, denn ich bin dann mit 2124g geflogen. Da habe ich im nachhinein Pech gehabt, denn das Modell mit dem Vorjahresgewicht hätte eine Faktor von 9,56 gehabt!!!
Die Anpassung des neuen Antriebs habe ich zusammen mit Hans Dürst am Freitag und Samstag vorgenommen. Hans ist aus der Schweiz gekommen um ein paar Tage bei uns zu verbringen und den Wettbewerb mitzufliegen. Vor zwei Jahren war er ebenfalls zu Besuch und hatte mich als Helfer nach Recklinghausen begleitet. Dabei ist er auf den Geschmack gekommen und hatte schon für das letzte Jahr ein Modell dafür gebaut. Familiere Gründe verhinderten seine Teilnahme 2002, aber 2003 sollte alles nachgeholt werden. Hans hat ebenfalls einen alten F3B-Rumpf des "Quarsar" verwendet, der neu in der alten Form hergestellt wurde. Dazu wurden Flächen und Leitwerke in D-Box-Bauweise erstellt. Die Materialien hatte er sich zwei Jahre zuvor schon von Heinz-Bernd Einck mitgenommen. Der Antrieb war ein Simprop 1500-10 mit 13:1 Reisenauer-Getriebe, 10 Zellen Sanyo 2100 und der Schöberl-Luftschraube Solariane schmal.
Am Samstag um 19.00 Uhr sollte der Wettbewerb gestartet werden. Bis 15.00 Uhr Dauerregen! Als es endlich aufhörte, packten wir das Auto und fuhren zum Platz. Ein kurzer Stau auf der Autobahn hielt uns nicht lang auf, da ging es dem späteren Sieger des Wettbewerbs etwas schlechter wie wir später erfahren durften. Am Platz angekommen wurden die Formalitäten erledigt und ein wenig herumgeschaut. Einige der Teilnehmer kannte ja man schon aus den vergangenen Jahren. Als es dann gegen 18.00 Uhr wieder etwas nieselte, stellten Hans und ich uns die Frage, ob wir überhaupt auspacken sollten. Eine viertel Stunde später wurde es dann höchste Zeit und wir legten los. Nach dem opligatorischen Foto der Teilnehmer mit Modellen um 18.50 Uhr tat ich was Schumi vor jedem Start in der Formel 1 auch tut. Als ich zum Startplatz zurückkam hörte ich 10, 9, 8...., schaltete nur noch die Anlage ein und Frederik, mein Helfer, schob bei "5" das Modell in den Abendhimmel. Alles ging gut beim Erstflug dieser Antriebseinheit und das Modell ging zügig für so einen Thermikschleicher auf Höhe. Kurz nach dem Start gab es zwei Zusammenstöße in der Luft und drei Teilnehmer fielen aus (siehe Tabelle). Hans und ich waren nicht beteiligt und konnten in aller Ruhe den Flug genießen. Nach einer Motorlaufzeit von nur 13Min 30sek. schaltete der Regler den Motor beim letzten vorgesehenen Steigflug aus. Der Akku war am Ende und ich landete vorzeitig nach 55 Minuten und 10 Sekunden. Hans hatte da keine Probleme und machte die Zeit neben fünf weiteren Teilnehmern voll.
Durch den hohen Faktor wurde ich zu meiner Freude somit 2. und Hans dicht hinter mir 3.. Sieger wurde Klaus Maiwald aus Aachen mit dem Modell des Seriensiegers dieses Wettbewerbs, Ulrich Mumme, der leider verstorben ist.

Alle Bilder vom Wettbewerb 2003 habe ich von Ralf Heinisch und Markus Soick bekommen. Recht vielen Dank dafür an dieser Stelle!
 

Die Teilnehmer, zwei fehlen, sonst wäre es vollständig. 

Zufrieden nach dem Flug und vor der Siegerehrung.
Nach der Siegerehrung.
Von links nach rechts:
Hans Dürst / CH
Klaus Maiwald
Ralf Heinisch
Christian Baron
Günter Becker

Hier noch die Ergebnisse:
 
Platz Name Flugzeit Gesamtgewicht g Akkugewicht g Faktor Punkte
1 Maiwald, Klaus 60' 00 1784 192 9,3 33450
2 Baron, Christian 55' 10 2124 230 9,2 30567
3 Dürst, Hans 60' 00 2366 290 8,2 29371
4 Becker, Günter 60' 00 1926 258 7,5 26874
5 Heinisch, Ralf 48' 09 2060 226 9,1 26333
6 Fischer, Heinz 60' 00 3370 514 6,6 23603
7 Sohn, Klaus-Dieter 40' 32 2875 320 9,0 21850
8 Ulrich, Bernhard 55' 38 1842 356 5,2 17271
9 Ahlers, Onno 60' 00 2126 486 4,4 15748
10 Miehe, Bernd 56' 58 1532 348 4,4 15047
11 Zimny, Sebastian 60' 00 1260 364 3,5 12462
12 Clemen, Martin 26' 10 3710 468 7,9 12446
13 Höllein, Stefan (der himmlische) 31' 36 896 164 5,5 10359
14 Rieken, Andreas 43' 37 1526 460 3,3 8682
15 Winkler, Ingo 41' 03 1410 412 3,4 8429
16 Zabel, Detlef 0 - - - 0
17 Keineke, Marc 0 - - - 0
18 Coenen, Norbert 0 - - - 0

 
 

2004
 

Ein kleiner Bericht zum Sunset-Wettbewerb in Recklinghausen vom 29.Mai 2004.

Dieses Jahr sollte alles besser vorbereitet werden und nicht auf den letzten Drücker das Modell fertiggestellt werden. Aber es kam wie es kommen mußte, am Samstag wurde das Modell hervorgeholt und die Anlage eingebaut. Das neue Modell (CB58) ist nicht weitergebaut worden, also mußte das alte Modell noch mal ran. Es sollten aber noch ein paar Dinge verbessert werden. Es wurde ein neuer 8-zelliger Akku mit mehr Kapazität verwendet werden (Sanyo Ni-MH 2300 HR-3U), der eigentlich für das Modell vorgesehene Aveox mit Reisenauer 13:1 Untersetzung und eine neue Luftschraube mit 700mm Durchmesser und  961mm Steigung. Die Luftschraube wurde mit dem Programm von Martin Hepperle berechnet und der DXF-File maschinell zu einem Luftschrauben-Prototyp verwandelt. An diese Luftschraube aus Polyamid mußte nur noch die Mitnehmerbefestigung modelliert werden. Das verschliffene und grundierte Urmodell wurde dann abgeformt und in der Form am Donnerstag und Freitag vor dem Wettbewerb noch schnell die ersten Luftschraubenblätter laminiert.
 

Der Prototyp der Luftschraube aus Polyamid wird in einer einfachen Vorrichtung mit einem Aluminiumauge versehen um die Luftschraube später mit dem Mitnehmer verschraubt  zu können.
Das fertige Urmodell vor dem Abformen.
Hier ist das Urmodell mit Knetgummi hinterfüttert um die Oberseite zuerst abzuformen. 
Der neue Antrieb mit einem extra für diese Luftschraube CNC-gefräßtem Mittelstück. Ohne diesem speziellen Mittelstück würden die an der breitesten Stelle 63mm breiten Blätter nicht vernünftig an dem Rumpf anliegen.
Hier die Daten der Luftschraube:
Durchmesser: 700mm, 27,6"; Steigung: 961mm, 38"
Gerechnet für n=730 U/min
Leistung P=37 W
Eta=81,9 %
Schub T=3,02 N
Profil: ARA D 6%
Gewicht der ersten Luftschraubenblätter: 35g/Blatt

Die Luftschraube ist noch ein wenig zu schwer geworden, konnte aber noch am Samstag fertiggestellt und auf dem Prüfstand getestet werden. Der Antrieb zog einen Strom von 4,8 A bei 700 U/min und brachte 37 W Eingangsleistung. Da das Modell rechnerisch einen Energiebedarf von 5,1 W für den Schwebeflug benötigt, sollte mit dieser Leistung ein moderater Steigflug möglich sein. Das Modell wog dabei 2440g und hätte mit dem 234g schweren Flugakku einen Faktor von 10,4 gehabt.
Zwei Stunden vor dem Wettbewerb sollte dies bei einem Probeflug bestätigt werden. Es war ein Disaster! Das Modell stieg fast gar nicht und war nach einiger Entfernung nicht mehr steuerbar und fiel in ein Getreidefeld. Die Arbeit an dem neuen Antrieb hatte sich nicht gelohn, ich weiß noch nicht woran es gelegen hat. Der Motor drehte meiner Meinung nach nicht mit der Drehzahl die er noch bei den Prüfstandversuchen hatte. Ich hatte den Probeflug mit dem alten Akku des letzten Jahres durchgeführt. Dieser Akku wurde schon für die Prüfstandsversuche verwendet, wurde aus Zeitmangel am Platz nicht mehr nachgeladen und hatte möglicherweise keine Leistung mehr. Dies würde den mißglückten Probeflug erklären und wird noch nachgeprüft. Als das Modell wieder am Platz war, wurde sicherheitshalber auf den Antrieb des letzten Jahres umgerüstet. Der Aveox wurde also eine dreiviertel Stunde vor dem Start durch den Hacker B40 20W-L mit dem Reisenauer 4:1 Getriebe ersetzt. Beim Umbau wurde kurz ein Funktionstest des Antriebs vorgenommen, bei dem das Getriebe sich vom Motor löste und die drei Getrieberitzel in die Wiese fielen! Mit Hilfe von Jürgen Steinbach, meinem Helfer, und Thomas Schelenz wurde gesucht, die Wiese per Hand gerupft und nach einiger Zeit alle drei Ritzel gefunden. Jetzt wurde es zeitlich aber eng. Das Getriebe wurde nach kurzer Handreinigung der Ritzel schnell zusammengebaut, der Motor in die Abziehnase des Modells eingeschraubt und mit dem neuen Flugakku scharf geschaltet. Jetzt mußte nur noch der Schwerpunkt korrigiert werden, da der Aveox-Antrieb mit der neuen Luftschraube deutlich schwerer war. Es wurden mit Klebeband Bleistreifen außen am Rumpf befestigt und der Schwerpunkt schnell mit der Fingermethode geprüft. Es sah so aus, als wenn alles in Ordnung wäre und ab ging es zum Start.
Es wurde vom Recklinghäuser Verein noch das obligatorische Gruppenfoto geschossen und dann auch schon die letzte Minute bis zum Startzeitpunkt per Lautsprecher heruntergezählt. Bei "8" startet Jürgen mein Modell um bei "0" auf jeden Fall in der Luft und damit in der Wertung zu sein. Das Fliegen des Modells war schlimmer als je zuvor. Der Schwerpunkt stimmte überhaupt nicht und lag viel zu weit hinten. Damit hatten die Querruder noch weniger Wirkung und das Fliegen war ein Disaster. Ich wollte nach den ersten Minuten, die mit laufendem Motor geflogen wurden, wieder Landen, aber Jürgen sprach mir gut zu so lange weiterzufliegen wie es möglich war. Nach einer halben Stunde mit Thermik wurde die Luft merklich ruhiger und auch mein Modell hatte ich durch immer stärkeres Tieftrimmen so weit im Griff, das nicht laufend Strömungsabrisse produziert wurden. Ich werde diese Modell mit Sicherheit nicht noch einmal auf diesem Wettbewerb fliegen, das habe ich versprochen!
Nach 43 Minuten und 43 Sekunden war mein Flugakku erschöpft und ich konnte auf dem Platz landen. Der Faktor betrug dieses Jahr 9,5 und ich konnte noch den 4. Platz belegen. Nach diesem Tag, an dem so vieles schief gegangen war, noch ein versöhnlicher Abschluß.
Nächstes Jahr wird also der CB58 zum Einsatz kommen, warscheinlich mit Lithium-Polymer-Zellen, wenn sie zum Wettbewerb zugelassen werden, was zu erwarten ist.

Hier noch die Ergebnisse 2004:
 
Platz Name Flugzeit Gesamtgewicht g Akkugewicht g Faktor Punkte
1 Maiwald, Klaus 60' 00 1960 190 10,3 37137
2 Fischer, Heinz 52' 49 3225 344 9,4 29709
3 Becker, Günter 60' 00 1890 232 8,1 29328
4 Baron, Christian 43' 43 2230 234 9,5 24997
5 Heinisch, Ralf 40' 31 2060 228 9,0 21964
6 Ulrich, Bernhard 60' 00 1760 302 5,8 20980
7 Clemen, Martin 34' 25 3220 378 8,5 17591
8 Sohn, Klaus-Dieter 30' 57 2860 318 9,0 16701
9 Rode, Rolf 60' 00 1276 298 4,3 15415
10 Winkler, Hermann 36' 00 1178 170 6,9 14968
11 Höllein, Stefan (der himmlische) 49' 47 710 168 4,2 12624
12 Palm, Hans-Michael 55' 32 1530 444 3,4 11482
13 Keinecke, Marc 35' 50 868 178 4,9 10484
14 Sohn, Sebastian 38' 35 1350 322 4,2 9706
15 Höllein, Stefan  19' 37 1452 306 4,7 5585

 
 

2005
 

Ein kleiner persönlicher und offener Bericht zum Sunset-Wettbewerb in Recklinghausen vom 28.Mai 2005.

Zuerst ein paar Impressionen. Diese Bilder wurden mir freundlicherweise von Rolf A. Becker aus Aachen zur Verfügung gestellt. Recht vielen Dank dafür an dieser Stelle.
Klaus Maiwald, der Sieger der letzten beiden Jahre mit seinem Modell. 

Dieses Jahr hatte er leider Pech. Ein Servo des V-Leitwerks verabschiedete sich nach ein paar Minuten Flugzeit und er mußte unfreiwillig ausscheiden. Klaus hatte  sich gut auf den Wettbewerb vorbereitet, natürlich auch auf Lipo's umgestellt, und flog mit einem Faktor um die 30, hätte also das dritte mal in Folge gewinnen können! 
Ein paar Daten zu seinem Antrieb:
Motor: Maxon 4,5V
Getriebe: Pile 6:1
Luftschraube: Schöberl Moskito G, 19,25'' Durchmesser, 17,5'' Steigung
Akku: Schübeler LIPO 1050 HDHE, 3S1P 

Detlef Zabel genießt das Fliegen!
Das Modell meines Freundes Hans Dürst, der wieder mal aus der Schweiz angereist war und den zweiten Platz belegte.
Spannweite: ~4200mm
Fläche: 89dm²
Streckung: 18,7
Gewicht (beim Wettbewerb): 2412g
Akku: Polyquest 1500
Motor: Simprop 1500-10
Getriebe: Reisenauer Micro Edition Light 13:1
Luftschraube: 
Durchmesser: 700mm, 27,6"; Steigung: 961mm, 38"
 

Die beiden Zuschauer kannten meine Homepage und hatten mich bei den Startvorbereitungen angesprochen. Meldet Euch doch mal per mail! Ich war so kurz vor den Start nicht sehr gesprächig!


 
Mein Modell bei der Startvorbereitung.
Udo Zühlke (mit Kappe) und Wolfgang Meier (rechts) waren unsere Helfer.
Der Motor wird mit dem Akku verbunden und damit ist der Antrieb scharf. Jetzt kann die Abziehhaube auf den Rumpf geschoben werden und wird mit einem Klebebandstreifen gesichert (Bild: Ralf Heinisch).

CB47/58 beim Start um 19.00 Uhr. Der Steigwinkel ist nicht so hoch wie auf den Bildern zu vermuten. Der für dieses Modell schon starke Wind und der Abwurfschwung durch Udo ließen das Modell die ersten Meter schnell steigen. Danach ging es nur noch sehr gemächlich nach oben. 
 
Hans als zweiter bei der Siegerehrung, die von Anke Soick vorgenommen wurde.
Das erste mal, im neunten Anlauf, den Sunset-Cup gewonnen.
 

Im Februar bekam ich eine mail mit den Anmeldeunterlagen zum Sunset-Cup 2005, wie der Wettbewerb beim MLC-Recklinghausen jetzt heißt. Neu und bedeutend für die Vorbereitungen auf den Wettbewerb war die Freistellung des Akkus, d.h. jetzt war jeder Akku, egal welcher Bauart, erlaubt.
Für mich begann die Vorbereitung mit dem Updaten meiner Ladegeräte, da mir klar war, dass nur Li-Polymer-Zellen (Lipo's) in frage kommen und ich diese bisher noch in keinem Modell verwendet hatte. Ich habe beide Ladegeräte (Pegasus Profi 02 von U.I. und isl8-936 von Schulze) persönlich bei den Herstellern im April am gleichen Tag abgegeben und das Update direkt bezahlt. Beim isl8-936 war der Chip vorher bestellt worden und schon im Gerät, eine Kalibrierung war auf Nachfrage beim Hersteller zusätzlich notwendig. Das isl8-936 ist schon ein teures Gerät! Allein die Kalibrierung (ohne Chip, den hatte ich ja vorher bezahlt) kostete so viel wie der Hardware-Umbau des Pegasus! Das Pegasus hatte ich dann auch zwei Tage später per Post wieder im Keller stehen und konnte meinen ersten Lipo-Zellenpack laden. Das isl8-936 kam nach 6 Wochen, drei Tage vor dem Wettbewerb gerade noch rechtzeitig an und obwohl ich vorher bezahlt hatte, kam die Rechnung auch noch mit einer Nachforderung, die allerdings teilweise durch den nicht verlangten Wechsel von zwei Tastern zu erklären war, ärgerlich!
Die Auswahl der Lipo-Zellen wurde nach dem Gewicht und der Strombelastbarkeit der Zelle vorgenommen. Ich verwendete dazu die Angaben auf den Internetseiten der verschiedenen Anbieter. Die nominelle Kapazität wurde durch das Gewicht der einzelnen Zelle dividiert und mit den weiteren Angaben zu einer Tabelle zusammengestellt. Da mein vorgesehener Antrieb mit einem max. Strom von 5A auskommen sollte, kamen auch die älteren Zellen mit 5C Belastbarkeit in Frage. Den höchsten Wert brachte die Kokam 1200 mit 54,5 mAh/g. Diese Zelle ist ein Auslaufmodell, das aber auf Anfrage noch als 3S1P bestellt werden konnte. Ich hatte meinen ersten Lipo-Akku für ca. 35€! Mit 2mm Goldkontaktbuchsen und von allem befreit was man an so einem Akkupack nicht braucht, brachte der Akku 70,7g auf die Waage. Angeliefert wurde er mit 80g. Zur Sicherheit wurde in der Woche vor dem Wettbewerb noch ein zweiter Akku mit höherer Kapazität ausgesucht und bestellt. Es war der Zweitbeste in meiner Vergleichstabelle, ebenfalls ein 3S1P Polyquest 1800. Hans Dürst, der sich dieses Jahr wieder zum Wettbewerb angemeldet hatte, brachte ihn am Tag vor dem Wettbewerb mit.
Die Kokam 1200 Zellen wurden auch nach dem möglichen Faktor ausgewählt. Ich hatte mir eine Excel-Tabelle erstellt und mir die erreichbare Punktzahl beim Wettbewerb errechnet die bei unterschiedlichen Flugzeiten und in Abhängigkeit des Faktors zu erreichen wäre. Es stellte sich heraus, dass der Faktor noch entscheidender war als die Jahre zuvor. Mit den Lipo's waren deutlich höhere Faktoren möglich als wohl jeder für möglich gehalten hätte der sich nicht so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Ich kam auf die Idee, das Modell und den Antrieb für nur eine halbe Stunde max. Flugzeit auszulegen, daher die Wahl der Kokam 1200 Zellen. Wenn ich durch Thermikeinfluß trotzdem noch länger fliegen sollte, wäre eine deutlich höhere Punktzahl möglich als mit Auslegungen die für die maximale eine Stunde Flugzeit nötig gewesen wären (Akku mit höherer Kapazität aber deutlich schlechterem Faktor). Hans Dürst stellte nach einer längeren Telefonbesprechung seine Akkuauswahl ähnlich um.
Die Akkufrage war damit geklärt.
Das Modell sollte auf gar keinen Fall mehr die CB47e sein, das hatte ich versprochen. Also wurde mal wieder in der Woche vor dem Wettbewerb die noch unvollendete CB58 herausgesucht und gesichtet. Es war in der noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich das Modell in Gänze zu vollenden, aber der Rumpf und das Höhenleitwerk sollten fertigzustellen sein. Es hat mit Restarbeiten am Wettbewerbssamstag und mit der Hilfe von Hans geklappt. Als Fläche kam noch einmal die vom CB47e zu ehren. Lackiert wird der Rumpf jetzt nach dem Wettbewerb, den ich möchte ihn im nächsten Jahr wieder verwenden. Zu dem Modell habe ich hier ein paar Detailfotos eingefügt, die die Bauweise genügend dokumentieren.
 
Die Nase mit dem selbst erstellten Spinner aus der ehemaligen F3B Form. Die Kühlöffnungen und die Solariane Luftschraube sind gut zu erkennen. Die ganze Einheit kann mit dem darin befindlichem Akku abgezogen werden. Die auf der Oberseite zu sehende Schraube sichert zusätzlich eingebrachtes Blei. Das Gewicht des "unverbleiten" Modells beträgt 1890g. Fluggewicht beim Wettbewerb war dann 2098g. 
Unter dem Pylon befindet sich diese abgedeckte Öffnung mit dem Zugang zu der Anlage. Der GP1800 Empfängerakku sitzt auf dem Bild rechts vor dem Schalter, der Empfänger unter dem Schaumgummi. Die Empfängerantenne ist ca. 1600mm lang und führt im Rumpf bis in die Seitenleitwerkspitze.
Die Höhenleitwerksaufhängung ist über einer einfachen Form aus Kohlenstoffgewebe (14 Lagen 93g/m² auf 10 Lagen auslaufend) und ein paar Kohlenstoffrovings laminiert worden. Das Höhenleitwerk wird nach dem Einklinken der 0,8mm dicken Anlenkung mit den oben befindlichen 2mm Stahldrahtpinnen eingeklinkt. Die Aufhängung ist gerade noch so biegsam, das sie so weit auseinandergebogen werden kann um das Höhenleitwerk mit den daran befindlichen CFK-Plättchen dazwischen zu nehmen.
Hier ist die Aufhängung am Höhenleitwerk, das als Pendelleitwerk ausgeführt ist, zu sehen. Weitere Informationen zum CB58 Höhenleitwerk und Rumpf ist hier zu finden. 

Der Antrieb machte nach der langen Telefonbesprechung am Wochenende vor dem Wettbewerb mehr sorgen. Hans hatte mittlerweile auch die große 27,6''x38'' Luftschraube auf dem Prüfstand gehabt und auch geflogen und berichtete von zu geringem Schub, gerade für die Startphase. Der Antrieb sollte wenigstens kurzzeitig auf höhere Leistung gebracht werden können. Das ging mit meinem vorgesehenen Aveox 1409/4Y und 13:1 Getriebe nicht. Dazu hätte ich eine Luftschraube mit mindestens 30'' gebraucht. Also was tun? Ich rechnete und überlegte das ganze Wochenende herum und entschied mich für den ebenfalls vorhandenen Hacker B40-20L mit dem Reisenauer Micro Edition Light 13:1 und der Schöberl Solariane schmal (24,5''x26,5'') Luftschraube. Am Montag morgen wurde gleich mit Herrn Reisenauer telefoniert und ein passendes Ritzel für die 3,14mm Welle des Hacker bestellt. Das vorhandene Ritzel auf der Hacker-Welle war für das 4:1 Getriebe und konnte nicht verwendet werden. Am Mittwoch kam dann das Ritzel schon mit der Post und der Motor konnte am Donnerstag umgebaut werden. Testläufe oder gar Flüge mit dem Modell waren aber noch nicht möglich, da die Luftschraube erst am Freitag Nachmittag mit Hans Dürst aus der Schweiz anreiste. Wir haben dann am Samstag Nachmittag, dem Wettbewerbstag, einen Testlauf und einen kurzen Testflug in Haltern am Modellflugplatz vorgenommen, bevor wir uns auf den Weg nach Recklinghausen machten. Also alles wie immer auf den letzten Drücker! Eines beruhigte mich aber nach dem Testflug doch schon nachhaltig; das halb neue Modell flog sehr gut und ließ sich sehr dut mit Seitenruder und Höhenruder steuern. So hatte ich mir mein Modell gewünscht, die Nachtschichten hatten sich gelohnt.
In Recklinghausen wurden dann die Akkus noch ans Ladegerät gehängt und die auch schon anwesende Konkurrenz gesichtet. Es waren leider nur 14 Modellflieger angemeldet! Der Wettbewerb hat eine höhere Beteiligung verdient! Der LCM Recklinghausen hat mal wieder, mit Anke und Markus Soick an der Spitze, gute Arbeit geleistet und alles hervorragend organisiert.
Um kurz vor 19.00 Uhr ging es dann los und mein Helfer Udo Zühlke schob mein Modell in die Luft. Es war recht starker Wind und ich überlegte vorher meinen zweiten Akkupack mit der höheren Kapazität einzusetzen um gegen den Wind den Motor länger laufen lassen zu können. Der Reiz der höheren Risikos siegte und der Kokam-Pack kam doch zum Einsatz. Nach den ersten 10 Minuten und einem Herumgekrebse in nicht mehr als 150m Höhe mit einer verbrauchten Motorlaufzeit von 6 Minuten kamen mir Zweifel, ob ich die angepeilte halbe Stunde überhaupt überstehen würde. Mein Antrieb hatte nach einer Überschlagsrechnung nach dem Probeflug eine Laufzeit von 9 Minuten und davon waren zu diesem Zeitpunkt schon zweidrittel verbraucht. Ich setzte daher alles auf eine Karte und versuchte aus dem Leebereich der Bäume, hinter denen ich mich immer noch befand, herauszukommen. Also Motor auf volle Leistung und angedrückt um nach vorne zu kommen. Das half! Ich kam über die Bäume und damit in ruhigere Luft und es ging nach oben. Hier war Thermik. Der Motor wurde erst auf die 950 U/min Stellung zurückgenommen und dann ganz abgeschaltet. Das Modell stieg auch ohne Antrieb. Nach einer Weile wurden ca. 300-350m Höhe erreicht und die nächste halbe Stunde konnte das Modell dort geparkt werden. Ich habe keinen einzigen Kreis geflogen und konnte durch einen weiteren Steigflug mit der Restenergie des Akkus nach 46 Minuten auf dem Platz landen. Auch die anderen Modelle kamen überwiegend vorzeitig herunter. Nur Klaus-Dieter Sohn machte die Stunde voll.
Durch den höchsten Faktor konnte ich den Wettbewerb erstmalig nach im neunten Anlauf gewinnen. Hans, der in der Luft sein Modell meist in meiner Nähe hatte, konnte noch ein paar Minuten länger fliegen, wurde aber mit dem geringeren Faktor dann zweiter. Besser konnte es für uns nicht ausgehen und ich danke daher an dieser Stelle nochmals unseren Helfern Udo Zühlke, Wolfgang Meier, Frederik Schmidt und unseren Frauen für ihre Unterstützung. Auch Hans Dürst muß ich meine besonderen Dank aussprechen! Hätte er nicht die Diskussion zum Antrieb begonnen, hätte er nicht die Luftschraube mitgebracht und mir nicht auch noch bei der Fertigstellung meines Modells geholfen, hätte ich mit Sicherheit auch diesmal nicht gewonnen! Danke Hans!
 

Hier die Ergebnisse 2005:
 
Platz Name Flugzeit Gesamtgewicht g Akkugewicht g Faktor Punkte
1 Baron, Christian 46' 11 2098 70,7 29,7 82229
2 Dürst, Hans 49' 25 2412 93,8 25,7 76243
3 Fischer, Heinz 55' 43 3245 142,7 22,7 76020
4 Neumann, Hartmut 47' 52 1433 77,9 18,4 52832
5 Sohn, Klaus-Dieter 60' 00 2994 214,3 14,0 50296
6 Winkler, Hermann 44' 15 1046 70,4 14,9 39448
7 Heinisch, Ralf 51' 11 2115 240,3 8,8 27029
8 Becker, Günter 52' 30 1928 233,4 8,3 26021
9 Zabel, Detlef 56' 35 3589 606,1 5,9 20103
10 Keinecke, Marc 46' 20 3016 496,8 6,1 16877
11 Rudzicka, David 47' 52 450 110,2 4,1 11728
12 Grünbeck, Ulrich Außenlandung - - - 0
12 Sohn, Sebastian Außenlandung - - - 0
12 Maiwald, Klaus Außenlandung - - - 0


Hier mal zum Vergleich die Akkus die ich bei den Sunset-Cup's bisher eingesetzt habe (die Sanyo 1700 der ersten Jahre fehlen).
Von links nach rechts:
Kokam 1200 (Lipo) 3S1P, Sanyo 2300 (NiMh) 8 Zellen, Sanyo 2100 (NiMh) 8 Zellen, Sanyo KR1400AE (NiCd) 8 Zellen.
 

In der folgenden Tabelle zusammengefaßt meine Wettbewerbsteilnahmen beim Sunset-Wettbewerb in Recklinghausen mit einigen Daten:
Jahr Modell Flugzeit Gesamtgewicht Akkugewicht Faktor Punkte meine Platzierungen Sieger
1997 CB45 25' 33 2020 442 4,57 7006 21 Mumme, Ulrich
1998 CB45 41' 25 2080 442 4,7 11680 10 Coenen, Norbert
1999 CB45 20' 03 1850 264 7,1 8560 14 Mumme, Ulrich
2000 CB47e 0 2202 264 8,34 0 keine Wertung Mumme, Ulrich
2001 CB47e 33' 50 2220 264 8,4 17070 5 Lai, Erwin
2002 CB47e 27' 36 2202 264 8,34 13813 4 Becker, Günter
2003 CB47e 55' 10 2124 230 9,2 30567 2 Maiwald, Klaus
2004 CB47e 43' 43 2230 234 9,5 24997 4 Maiwald, Klaus
2005 CB47/58 46' 11 2098 70,7 29,7 82229 1 ja ich, das erste mal! 

Fortsetzung folgt am 27.-28. Mai 2006 in Recklinghausen.
Wir sehen uns!
 

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