Der Miles von fineworx
26.Oktober 2010

 


Das Ziel war einen Miles aus dem Baukasten zu erstellen, der sehr exakt und profilgenau und vom Gewicht her so leicht und so stabil wie möglich sein sollte.

Für die genaue Profilierung der Flächen liegen dazu sogar gelaserte Holzschablonen dem Baukasten bei.

 

Der Baukasten enthält alle lasergeschnittenen Teile die größtenteils sehr passgenau geschnitten sind. Die Holzqualität ist ebenfalls zum größten Teil sehr gut, es gab jedoch eine paar sehr schwere Balsaholzplatten bei den Leitwerken und der Flächenbeplankung, die ich durch leichteres Balsa ausgetauscht habe.

Ein paar Teile haben leichte Fehler vom Lasern. Der Laser hat ein paar Wellen geschnitten, die aber nur 0,5mm in die eigentliche Kontur hineingingen und mit einem Schleifpapierwisch beseitigt werden konnten. Unschöner war da die Verzapfung der Rumpfspanten mit den Seitenteilen. Die Zapfen an den Spanten sollten etwas länger sein. Aus dem Baukasten heraus gehen die Zapfen nicht bis zur Außenfläche der Seitenteile, wenn man sie entsprechend zusammensteckt. Ich habe die Spanten trotzdem verwendet, die Auflageflächen der Spanten zu den Seitenteilen jedoch heruntergeschliffen bis der jeweilige Zapfen bündig mit der Außenseite der Rumpfseitenwand war. Etwas mehr arbeit, die aber eine saubere Außenfläche ergibt, wenn man nicht nachträglich mit Spachtelmasse nachbessern möchte. Ich wollte den Rumpf von vornherein naturfarbig belassen und mit Glasgewebe überziehen und habe daher beim Bau darauf geachtet, dass alle Teile exakt passten.

Weitere Anmerkungen zum Rumpf:

Ich habe die Seitenteile, die aus einer Sperrholzinnenlage und einer Balsaaußenlage bestehen, mit dickflüssigem Sekundenkleber verleimt.
Dazu wurde der Sekundenkleber entlang der Kanten im Abstand von ca. 5mm aufgetragen und dann im Zick-Zack auf der Fläche dazwischen. Die Teile lassen sich nach dem Zusammenfügen nicht mehr verschieben falls sie nicht korrekt liegen. Zur Justierhilfe wurden daher ein paar Balsastücke in die Öffnungen der Spanten vorne und hinten gesteckt und dadurch passte alles besser zusammen. Falls die Balsastücke mit verkleben, lassen sie sich leicht wieder aus den Öffnungen schneiden und herausfeilen, da die Sperrholzinnenlage als feste Schablone dient.

Beim Höhenleitwerksauflagepylon habe ich die Vorderkante des aus dem Leitwerksträger ragenden Pylonís mit Balsastücken innen ausgefüttert, um außen eine runde Profilnasenform schleifen zu können. Die im Bauplan vorgesehene recht eckige Pylonnase hat mir nicht gefallen und ist aerodynamisch auch nicht günstig.

Ich habe den Rumpf nachdem der Rohbau fertig gestellt war sehr stark verrundet. Das heißt, ich habe den fast quadratischen Rumpfquerschnitt mit dem Schleifklotz so weit an den Kanten runtergeschliffen, bis das Sperrholz der Innenseiten nur noch auf den Balsaleisten die in allen Kanten innen verleimt sind auflag. Der Rumpf hat dadurch eine schöne gerundete Form. Das sollte aber nur dann gemacht werden wenn anschließend der Rumpf vollständig mit 40g/m≤ Glasgewebe überzogen wird. Das Glasgewebe gibt der ansonsten geschwächten Rumpfstruktur die notwendige Festigkeit. Durch den Glasüberzug, der natürlich mit Epoxidharz getränkt und anschließend mit feinem Schleifpapier geglättet wurde, bekommt der Rumpf eine widerstandsfähige  Oberfläche die nicht weiter mit Lack behandelt werden muss.

Die Öffnung für den Zugang zur Anlage habe ich am hinteren Teil mit einer Vertiefung versehen, um mit dem Finger die Klappe anheben zu können. Der Verschluss mit dem Magnet funktioniert sehr gut.

Für das Renschler-Vario habe ich die große Öffnung der Flächenauflage etwas nach vorne und hinten erweitert um den Zugang für das dort unterzubringende Vario zu erleichtern. Beim fliegen stellte sich diese Stelle aber als Schwachpunkt heraus. Man sollte die Einschlagmuttern der Flächenverschraubung mit einem Sperrholzspant direkt unter der Mutter verstärken um ein herausreißen des gesamten Brettes der Flächenauflage zu verhindern. Mir ist dies durch die Verwendung der dem Baukasten beiliegenden Stahlschrauben passiert. Ein Überzug der Flächenauflage mit Glasgewebe, dass auch zwei Zentimeter auf den Rumpfseiten ausläuft, ist auch empfehlenswert. Der Überzug des Rumpfes mit einer Lage 40g/m≤ Glasgewebe hat nur ein Mehrgewicht von ca. 10g gebracht. Durch das entfallen einer sonstigen Oberflächenbehandlung durch Folie oder Lack ein sehr empfehlenswerter Schritt.

Da wir noch keinen Wettbewerb in Deutschland haben, der die Verwendung von GFK auch an solchen Holzmodellen untersagt, sollte man sich diese Oberflächenbehandlung mit Glasgewebe überlegen.

Ich habe das Seitenleitwerk aus dem Baukasten verwendet, da dort gerade im Bereich der unter den Rumpf reicht ein festes und hartes Balsa vorteilhaft ist. Nicht nur um dieses harte Balsa zu erleichtern, sondern auch um eine sehr gute Seitenruderwirksamkeit zu bekommen, habe ich das Seitenleitwerk auf ein symmetrisches Profil in Anlehnung an das Drela HT12 geschliffen. Die Nase des unteren Seitenleitwerksdämfungsteils wurde noch mit einem 24k C-Roving versehen.

Das Höhenleitwerk wurde wie das Seitenleitwerk ebenfalls auf das Drela Profil verschliffen. Da die 4mm Balsaplatte des Baukastens zu schwer war und auch aus den 4mm das Profil nicht herausgearbeitet werden konnte, habe ich die Teile durch 5mm Quartergrainplatten ersetzt die nur halb so schwer waren wie die 4mm Balsateile des Baukastens!

Die Ruderhörner an Höhen- und Seitenleitwerk, die dem Baukasten aus 2mm Sperrholz beiliegen, habe ich durch 1,5mm GFK-Plattenmaterial ersetzt (CNC gefräst).

Bemerkungen zum Flächenbau:

Um eine möglichst leichte Fläche zu erhalten wurden einige der vorderen Beplankungsteile durch leichteres Balsa ersetzt. Das Bauteil des Baukastens wurde dazu einfach als Schablone auf ein leichteres Balsastück aus dem eigenen Vorrat gelegt und mit dem Messer entlang der Umrisse ausgeschnitten. Bei den Rippen fällt auf, dass diese nicht weit genug auf die Beplankung der Endleisten gehen. Die Rippen sind ein klein wenig zu dünn geschnitten und sollten eigentlich etwas dicker sein um auch die obere Beplankung nachträglich noch etwas verschleifen zu können. Da die Endleiste und die Nase ja verschliffen werden müssen, geht man mit einer Schleifleiste und feinem Schleifpapier zum Abschluss über den ganzen Flügel und dadurch wird er etwas dünner als nötig. Vor dem aufbringen der oberen Endleistenbeplankung habe ich die Endleistenbeplankungen auf den Innenseiten jeweils von der Rippe bis zum Ende ausgeschliffen. Dann wurde die Flächenendleisten mit einer Lage 90g C-Gewebe zwischen den Beplankungen belegt und die Oberseitenbeplankung der Endleisten aufgelegt und mit Gewichten beschwert. Es konnte dadurch die Endleiste bis auf das C-Gewebe heruntergeschliffen werden was zu einer sehr scharfen, profilgenauen Endleiste führte.

Ich habe beim schleifen der Nasenleisten beim Miles die beiliegenden Schablonen zum "schleifen" verwendet. Nachdem die Nase nach Augenmaß verschliffen war, habe ich 240iger und 300derter Schleifpapierstücke von 4x4cm zugeschnitten und mit der Körnung auf der Innerseite in den Schablonenausschnitt gelegt. die jeweils oben liegenden Bereiche des Schleifpapiers habe ich dann dreiecksförmig zur Schablone geklappt um sie dort mit Daumen und Fingern beim halten der Schablone zu fixieren. Dabei am besten das Schleifpapier um die Nasenleiste legen, die Schablone mittig darauf setzen und dann das Schleifpapier mit der Schablone zusammen anfassen. Wenn man damit über die Nasenleiste hin und her geht (in dem passenden Abschnitt) kann man den Nasenradius sehr exakt herstellen. Die Dicke dieser feinen Schleifpapierkörnungen wird durch das spätere bebügeln der Nase mit Folie wieder auf das vorgesehene Maß gebracht.
Ich hoffe die Erklärung ist auch ohne Bild verständlich!

Gewichte der Rohbauteile:

Rumpf: 171g

Tragflächenmittelstück: 167g

Tragflächenohr links: 71,1g

Tragflächenohr rechts: 70,2g

Seitenleitwerk: 7,7g

Höhenleitwerk: 14,7g (incl. Schrauben)

Stähle 40g

Summe 541,4g des Rohbaumodells.

 

Die Flächen und Leitwerke mit Folie bespannt und der Rumpf jetzt mit dem Seitenruder und mit Glasgewebe überzogen. Gewicht des so fertigen Modells ohne Anlage und Blei:

Rumpf: 189g (incl. Seitenleitwerk)

Tragflächenmittelstück: 176,8g

Tragflächenohr links: 77,1g

Tragflächenohr rechts: 77,2g

Höhenleitwerk: 17,9g (incl. Schrauben)

Stähle 40g

Summe 578,2g

 

Eingebaut wurden dann Robbe S3156 für Höhe und Seite, das Graupner C261 für die Störklappe, der Robbe R6106 Empfänger und ein Akku aus vier Zellen 700Ah. Für den im Bauplan angegebenen Schwerpunkt musste noch 27g Blei in die Nase vor den Akku (wurde als passender Klumpen mit Epoxidharz eingeklebt).

Gewichte Flugfertig:

Rumpf mit HLW (Anlage eingebaut und 27g Blei): 387,6g

Flächenmittelstück mit Störklappenservo: 187,6g

Linkes Ohr mit Verbinder: 98,1g

Rechtes Ohr mit Verbinder: 97,8g

Das Fluggewicht liegt damit bei 765,1g.

 

Miles mit Elektroantrieb

Da für so einen Elektro-Miles ein zweiter Rumpf gebaut werden muss sind diese kleinen Änderungen leicht zu bewerkstelligen.

 

Fortstzung folgt! 

     

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